Lieferzustand NGK DEUTSCHE BERYLCO GMBH


Auswahl des Lieferzustandes und Verarbeitungshinweise

Bei der Auswahl des Lieferzustandes sollte folgendes Beachtung finden:
Kupfer-Beryllium erhält seine günstigsten Eigenschaften durch eine Aushärtung, die die zuvor eingebrachte Kaltverfestigung im Hinblick auf die Endfestigkeit stark in den Hintergrund treten läßt.
Dies ist bei der Verarbeitung dieses Werkstoffes ein entscheidener Vorteil. Die Auswahl des Liefer-zustandes kann sich ganz nach der erforderlichen Verformung und der Funktion des Teiles richten.
So ist zum Beispiel bei Bändern mit dem Lieferzustand „A“ und „1/4 H“ und bei den werksvergüteten Qualitäten „AM-HM“ keine merkbare Kornorientierung bezüglich der Walzrichtung gegeben. Diese Lieferqualitäten können daher längs und quer zur Walzrichtung gleich gut gebogen werden.
Auch bei "1/2 harten" Lieferzustand und den werksvergüteten Berylco-Qualitäten „XHM“ und „XHMS“ ist die Kornorientierung noch so gering, dass sie auf die Funktion des Teiles keinen merklichen Einfluss nimmt. Lediglich bei „hartem“ Lieferzustand ist eine deutliche Kornorientierung durch das Walzen vorhanden.
Allgemein sollte für Tiefziehteile und für geformte Membranen der Lieferzustand „A“ gewählt werden, für Federn – je nach der erforderlichen Verformung – die Lieferzustände „1/4 H“ bis „H“.
Als Grundregel kann gelten, dass der Lieferzustand gewählt werden sollte, der die Verformung gerade noch, aber sicher zuläßt (siehe auch Biegeradien).
Die Aushärtung von Kupfer-Beryllium kann variiert werden und sollte der Funktion des Teiles angepaßt werden: z.B. wird die Biegewechselfestigkeit meist durch leichtes Übervergüten etwas höher. (Unser Kundenservice steht dem Anwender hier gerne zur Seite.)
BERYLCO 10 und BERYLCO 14 werden meistens im ausgehärteten Zustand verarbeitet.
Ein Abschrecken der Teile nach der Aushärtung ist nicht erforderlich. Bei der Aushärtung kann das Material im Volumen bis zu -0,6 % schrumpfen.
Die Standardaushärtung auf maximale Festigkeitswerte ist wie folgt:

  

Durch die Aushärtung erfährt Kupfer-Beryllium, insbesondere Berylco 25 und Berylco 165, eine erhebliche Steigerung seiner Festigkeits- und Härtewerte mit Anhebung der elektrischen und thermischen Leitfähigkeit. Bedingt durch die Aushärtung werden sämtliche Spannungen, ob vom Walzen, Ziehen, Schneiden oder Biegen, gelöscht.
Teile aus Kupfer-Beryllium sind im Gegensatz zu nicht angelassenen Teilen aus anderen Kupfer-knetlegierungen spannungsfrei und daher nicht mit unberechenbaren und störenden Restspannungen in der Funktionsausübung zusätzlich belastet. Dies ist ein wesentliches Merkmal für ausgehärtete Federn aus Kupfer-Beryllium.
Werden die sehr hohen Festigkeitwerte der ausgehärteten Zustände von Berylco 25 und Berylco 165 nicht ganz benötigt, und möchte man das Aushärten umgehen, so stehen mit den „werksvergüteten“ Bändern verschiedene Varianten zur Verfügung.
Bei Federn aus werksvergüteten Bändern ist allerdings zu beachten, dass die Fertigungsspannungen durch die Herstellung dieser Teile erhalten bleiben und somit Einfluß auf die Funktion nehmen können, besonders wenn Biegerichtung und Belastungsrichtung identisch sind.
„Werksvergütet“ bedeutet, die Aushärtung des Bandes erfolgt in unserem Fertigungswerk. Die einzelnen Lieferzustände werden durch die Wahl des Abwalzgrades und über unterschiedliche Aushärteparameter (Zeit, Temperatur) hergestellt. Sie stellen einen Kompromiss zwischen Festigkeit und Verformbarkeit dar.


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